Businessplan

Der Businessplan ist eines der wichtigsten Instrumente für Unternehmensgründer und gehört zu den wichtigsten Werkzeugen für anstehende Verhandlungen mit potentiellen Kapitalgebern sowie weiteren Stakeholdern. Darüber hinaus hilft er die gesetzten Ziele schriftlich zu fixieren und zu verdeutlichen und zeigt zudem einen Plan auf, wie die Unternehmensziele erreicht werden können. Der Umfang des Businessplans richtet sich nach der Adressatengruppe. Für die Beantragung von Gründungszuschüssen genügen meist wenige Seiten (unter 10 Seiten). Möchte man hingegen neue Eigenkapitalgeber von seiner Geschäftsidee überzeugen (etwa Venture Capital Geber), so sollte man zwischen 30 und 40 Seiten vorweisen. Im Folgenden sollen die wichtigsten Bestandteile eines Businessplans veranschaulicht werden.

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1. Executive Summary

Die Executive Summary ist die Visitenkarte des Unternehmens und als Zusammenfassung des Businessplans zu verstehen. Sie hat das Ziel, Interesse über das Unternehmen und deren Geschäftsmodell beim Leser zu wecken und die relevantesten Informationen auf rund zwei Seiten zu präsentieren. Folgende Inhalte sollten in der Kurzfassung vorhanden sein: Produkt/Service, Kundennutzen, relevante Märkte, Kompetenz des Gründerteams/Managers, geplante und bereits vorhandene Unternehmensentwicklung, sowie den nötigen Investitions- und Kapitalbedarf.

Da die Executive Summary als erstes vom Empfänger gelesen wird, sollte genügend Zeit und Fleiß in dieses Teil des Businessplans investiert werden. Es handelt sich schließlich um eine Art „Einleitung“ und wie bei einem guten Buch, ist die Einleitung eines der wichtigsten Bestandteile und entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

2. Geschäftsidee und Strategie

Damit die geplante Geschäftsidee zielgerichtet dem Stakeholder/Shareholder präsentiert werden kann, sollten folgende Fragen beantwortet werden können:

  • Was ist der Kern der Geschäftsidee?
  • Ist die Geschäftsidee nachvollziehbar?

Geschäftsideen müssen nicht zwingend innovativ sein. Vielmehr gibt es viele Konzepte, die ein bestehendes Geschäftsmodell verbessern beziehungsweise erweitern/besser umsetzen als die Konkurrenz. Von elementarer Bedeutung ist jedoch die Evaluierung der Idee. Ist die Geschäftsidee umsetzbar und lässt sich damit Profit erwirtschaften? Diese Punkte sollten hier kurz aufgegriffen und in späteren Kapiteln weiter vertieft werden. Ferner sollten Sie den mit Ihrer Idee verbundenen Kundennutzen aufzeigen. Wenn Ihre Geschäftsidee keinen Kundennutzen generieren kann, dürfte es schwierig sein, erfolgreich am Markt zu bestehen. Einige Vorteile könnten etwa der Preis, Qualität oder Service ihrer Produkte/Dienstleistung sein.

Nachdem das Geschäftsmodell beschrieben wurde, ist natürlich nachfolgend interessant, wie die Idee umgesetzt werden soll. An diesem Punkt sollte über die geplante und verfolgte Strategie geschrieben werden.  Aus dem Unternehmensziel abgeleitet ergibt sich die Unternehmensstrategie. Die Strategie soll die Frage beantworten, „WIE“ die Ziele erreicht werden können. Generell kommen drei Strategien in Frage: Kostenführerschaft, Differenzierung oder Nischenstrategie. Es empfiehlt sich, eine Darstellung des zeitlichen Ablaufs der Umsetzung der in Frage kommenden Strategie aufzuzeigen.

3. Zielmarkt

Wichtiger Inhalt des Businessplans ist es, wie hoch Sie das Marktvolumen und das vorhandene Marktpotential einschätzen. Ferner sind die damit verbundenen Wachstumsmöglichkeiten, die Markteintrittsbarrieren, sowie die Stellung der Lieferanten und Konkurrenten von zentraler Bedeutung und sollten genau erläutert werden. Um diese Fragen beantworten zu können, ist es notwendig, eine Marktforschung durchzuführen, beziehungsweise durchführen zu lassen. Zu Beginn Ihrer Analyse genügt es auch, auf bestehende Quellen (sogenannte Sekundärquellen zurückzugreifen).

Im Rahmen der Wettbewerbsanalyse stellt die SWOT Analyse und das Fünf Kräfte Modell von Porter geeignete Instrumente dar, um seine eigene Stellung und die der Mitbewerber im Zielmarkt zu analysieren und zu bewerten. Die im Rahmen der Analyse gewonnenen Informationen sollten detailliert kommuniziert werden.

4. Marketing und Vertriebsplanung

In diesem Businessplan – Kapitel soll aufgezeigt werden, mit welcher Marketingstrategie das Produkt, beziehungsweise die geplante Dienstleistung vermarktet werden soll. Sie als Gründer sollten dabei unbedingt auf den Marketing-Mix eingehen. Den Punkt „Produktpolitik“ sollten Sie jedoch isoliert im nächsten Abschnitt erläutern.

Im Rahmen der Preispolitik werden ausgehend von den Unternehmenszielen die angestrebten Preise bestimmt. Hier sollte die genaue Vorgehensweise zum Zustandekommen der berechneten Preise erläutert werden.

Sie sollten darüber hinaus über die Preisfestlegung, die Rabatt/Skontipolitik, sowie über die Liefer- und Zahlungsbedingungen schreiben.

Hierbei gilt es den Leser zu informieren, wie Sie beabsichtigen, Ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Auf die Wahl der richtigen Distributionspolitik wirken eine Vielzahl von Einflussfaktoren, wie etwa Marktanteilsziele, Kosten des Vertriebs oder die Wettbewerbsintensität ein. Sie sollten an dieser Stelle ihre geplanten Absatzwege und Strategien erläutern.

Der letzte Punkt im Rahmen des Marketing-Mix beschäftigt sich mit der Kommunikationspolitik. Hier sollten Sie die gewählte Strategie und die benötigten Mittel, die zum Absatz der Produkte/Dienstleistungen verwendet werden, aufzeigen. Ihr Ziel sollte es zudem sein, den Leser über die gewählten Instrumente des Kommunikations-Mix zu unterrichten. Dazu zählt unter anderem, welche Werkzeuge Sie im Rahmen der Werbung, der Verkaufsförderung oder der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen möchten.

5. Produkt und Dienstleistungen

Der Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmensgründung hängt wesentlich von den angebotenen Produkten, beziehungsweise Dienstleistungen ab, die am Markt angeboten werden. Daher ist es von Bedeutung, dass alle relevanten Informationen dem Leser des Businessplans vorgestellt werden.

Es gilt zu beschreiben, worin der Kundennutzen in Ihrem Angebot liegt und ob Ihr Produkt/Dienstleistung ein USP (Unique Selling Proposition) besitzt. Dieses könnte zum Beispiel eine höhere Zuverlässigkeit des Angebotes sein, eine kostengünstigere Produktion oder einen anderen Vorteil gegenüber den Konkurrenzprodukten. Wichtig ist, dass dieser Nutzen im Businessplan hervorgehoben wird.

Ebenfalls sollten Sie Ihr Produkt/Dienstleitung in einer verständlichen Sprache erklären und eine allzu technische Beschreibung vermeiden. Zwei weitere Punkte, die Sie ansprechen sollten sind folgende:

Wie weit ist die Produktentwicklung fortgeschritten oder ist das Angebot bereits serienreif? Gibt es rechtliche Aspekte, die für Ihr Angebot relevant sind und kommuniziert werden sollten (z.B. Patente)? Das wichtigste jedoch ist, den geplanten Kundennutzen hervorzuheben. Nur so können Sie auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben und durch Ihren Businessplan überzeugen. Je nach angestrebtem Detaillierungsgrad des Planes sollten Sie tiefer auf die Produktpolitik eingehen.

6. Gründer und Unternehmensorganisation

In diesem Teil Ihres Geschäftsplanes sollten Sie über den/die Gründer, beziehungsweise das Gründerteam und Ihre geplante Unternehmensorganisation schreiben. Für viele Kapitalgeber gehört dieser Punkt zu den Wichtigsten. Sie sollten beschreiben, welche Qualifikationen Sie (oder Ihr Team) mitbringen. Haben Sie Branchenkenntnisse, sind Sie erfahren im Führen von Unternehmen und wie sind Ihre sozialen Skills? Sollten Sie einen Fremdgeschäftsführer einstellen, so sollten Sie relevante Informationen über deren Qualifikation schreiben. Zusätzlich ist es interessant, welche materiellen Ressourcen, wie Geld oder Sachwerte Sie in das Unternehmen einbringen. Es empfiehlt sich mit Hilfe eines Organigramms (inklusive Funktionsbereichen) zu arbeiten und die Aufgabenverteilung genau zu verdeutlichen. Heben Sie die Sachverhalte hervor, die für die erfolgreiche Umsetzung der Geschäftsidee von Bedeutung sind.

Unter dem Punkt Unternehmensorganisation sollten Sie die geplante oder bereits vorhandene Aufbau- und Ablauforganisation festlegen und beschreiben. An dieser Stelle bietet es sich ebenfalls an, ein Organigramm zur grafischen Darstellung einzubeziehen. Mit der Ausgestaltung der Organisationsstruktur wird versucht, die Unternehmens- und Mitarbeiterziele positiv zu beeinflussen und es vermittelt der Zielgruppe des Geschäftsplans einen ersten Eindruck über den Aufbau und Ablauf Ihrer Organisation. Ferner empfiehlt es sich auf die wesentlichen Funktionsbereiche einzugehen und in welcher Entwicklungsphase Ihr Unternehmen sich derzeit befindet. Zuletzt ist es interessant zu wissen, wann Sie planen Mitarbeiter einzustellen und welche Anforderungen Sie an diese stellen.

7. Chancen und Risiken

Im Chancen- und Risiken-Bericht kann erkannt werden, dass sich der Gründer mit potentiellen Veränderungen auseinander gesetzt und diese in seiner Planung berücksichtigt hat.

Es wird empfohlen, die Chancen darzustellen, die eine positive Korrelation mit der eigenen Geschäftsidee aufweisen und einen bedeutsamen Einfluss auf die eigene Geschäftsentwicklung haben. Bei den Risiken besteht die Möglichkeit, verschiedene Eintrittsszenarien zu konstruieren. Diese könnten wie folgt gegliedert sein:

  • Der günstigste Fall
  • Der wahrscheinlichste Fall
  • Der schlechteste Fall

Um eine gewisse Balance zu wahren, sollten sich Chancen und Risiken die „Waage“ halten, um keinen zu optimistischen oder pessimistischen Eindruck zu vermitteln.

8. Finanzplanung

Ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsplanes ist die Finanzplanung. In diesem Abschnitt werden die im Vorfeld behandelten Sachverhalte in konkrete Zahlen umgewandelt und dargestellt. Von größter Relevanz ist hierbei, dass die vorgestellten Zahlen nachvollziehbar und aussagekräftig sind

(Hier finden Sie nähere Informationen zum Thema Finanzen).

Folgende Bestandteile sollte jeder Finanzplan enthalten:

  • Erfolgsplan
  • (Plan) Bilanz
  • Liquiditätsplan
  • Sicherheitenübersicht

Der Erfolgsplan besteht aus einer Gewinn und Verlustrechnung (GuV) und stellt die Umsätze und Aufwendungen innerhalb eines Geschäftsjahres gegenüber, um daraus einen Gewinn oder Verlust abzuleiten. Die (Plan)-Bilanz ist eine Darstellung Ihrer Vermögenslage. Dabei wird Ihre Vermögenslage in Mittelverwendung und Mittelherkunft aufgeteilt. Für einen Kapitalgeber ist vor allem interessant, wie hoch Ihr geplanter Eigen- und Fremdkapitalanteil sein wird. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden die monatlichen Ein- und Auszahlungen dargestellt und geplant. Dieser ist von essentieller Bedeutung, um einen Überblick über die vorhandenen liquiden Mittel zu gewähren und rechtzeitig auf vorhandene Engpässe zu reagieren. Ein valider Liquiditätsplan ist ein „Must-Have“ und von jeder Bank zwingend vorgeschrieben.

Sie sollten die drei genannten Bestandteile für mindestens drei Jahre im Voraus planen. Dabei sollten Sie in den ersten zwei Jahren monatsgenaue Zahlen darstellen, wohingegen in den folgenden Jahren Quartalszahlen genügen.

Unter dem Unterpunkt Sicherheitenübersicht sollten Sie die Sicherheiten darstellen, die Sie im Rahmen einer Kreditaufnahme hinterlegen können.

9. Anhang

Abgeschlossen wird der Businessplan mit dem Anhang. In diesem sollten Sie alle notwendigen Unterlagen beifügen, die für Ihre Geschäftsidee von Nöten sind und solche, die einen tieferen Einblick in Ihr Vorhaben geben (zum Beispiel die SWOT-Analyse). Es empfiehlt sich, folgende Unterlagen zuzufügen:

  • Handelsregisterauszug, Gewerbeanmeldung und Gesellschaftervertrag
  • Lebensläufe, Zeugnisse und Qualifikationen
  • Tabellenkalkulationen zum Bereich Finanzplanung
  • Patente, Lizenzen
  • Organigramme, Grafiken
  • Gutachten
  • Übersicht der Sicherheiten

Bedenken Sie stets, dass sich der Adressat Ihres Geschäftsberichts einen umfassenden Einblick Ihres Vorhabens machen möchte und ein aussagekräftiger Anhang einen wesentlichen positiven Schritt dazu leisten kann, den Leser von Ihrer Idee zu überzeugen.