Gründungsrechner

Nachdem Sie sich bereits intensiv mit der Vor- und Gründungsphase für Ihr unternehmerisches Vorhaben auseinander gesetzt haben, gilt es nun, Ihre Finanzen zu überprüfen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

Egal, ob es sich um ein kleines Unternehmen oder um einen globalen Weltkonzern handelt, ein Finanzplan ist in allen Fällen unabdingbar. Aus diesem Grund haben wir für Sie einen Gründungsrechner erstellt, welcher Ihnen helfen soll Ihre Kosten und Erlöse zu erfassen und anschließend auszuwerten. Die dabei erfassten Kennzahlen können Sie im Anschluss Ihrem Businessplan beilegen.

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Der Gründungsrechner gliedert sich dabei in insgesamt 5 Schritte. Zudem stehen Ihnen Tools zur Verfügung, welche beispielsweise die Material- und  Personalkosten, sowie die Abschreibungen erfassen und sie an geeigneter Stelle Ihrem Finanzplan beifügen. Im Anschluss erfolgt die Auswertung der zuvor genannten Schritte.

Schritt 1: Investitionen

Jede Geschäftsidee ist anfänglich mit Kosten verbunden, die zur Gründung Ihres Unternehmens unumgänglich sind. Hierzu zählen beispielsweise Mietkosten oder auch Investitionen in Geschäfts- und Betriebsausstattungen.

Im ersten Schritt des Gründungsrechners können Sie daher alle anfänglich anfallenden Kosten eintragen. Insgesamt unterteilen sich die Investitionskosten dabei in gründungsbedingte Kosten, Mietkosten, Kosten für Geschäfts- und Betriebsausstattungen und ggf. noch weitere Investitionen die Sie im letzten Punkt manuell ergänzen können.

Schritt 2: Umsätze

Um Ihre Umsätze zu ermitteln, welche Sie durch Ihr unternehmerisches Vorhaben erwirtschaften wollen, nutzen Sie bitte Schritt 2 des Gründungsrechners. Hierbei stehen ihnen insgesamt 4 Alternativen zur Verfügung.

Alternative 1:

Alternative 1 berechnet Ihren Umsatz aus der Anzahl der zur Verfügung stehenden Tage und dem Umsatz der pro Tag erwirtschaftet wird. 

Um Ihren Umsatz nach Alternative 1 zu ermitteln, müssen Sie zunächst den Kalender ausfüllen, um die Anzahl der Arbeitstage pro Monat zu errechnen. Anschließend tragen Sie bitte Ihren geplanten Jahresumsatz für das erste Jahr ein.

Alternative 2:

Alternative 2 ermittelt Ihren Umsatz mittels der Verteilung Ihres Umsatzes nach Arbeitstagen. Auch in diesem Fall müssen Sie zunächst die zur Verfügung stehenden Arbeitstage in den Kalender eintragen. Im Anschluss tragen Sie bitte Ihre geplanten Jahresumsätze für ihre jeweiligen Produkte ein.

Alternative 3:

Kennen Sie bereits ihre geplante Absatzmenge und den Verkaufspreis für Ihre jeweiligen Produkte, empfiehlt es sich, Alternative 3 des Umsatzrechners zu nutzen. Tragen Sie hierzu bitte die geplanten Absatzmengen sowie den Verkaufspreis für all Ihre Produkte ein. Anschließend ermittelt der Rechner Ihren Umsatz verteilt auf die Monate.

Alternative 4:

Möchten Sie Ihren Umsatz manuell ermitteln oder entsprechen die bereits aufgeführten Alternativen 1-3 nicht Ihren Vorstellungen, so nutzen sie bitte Alternative 4. Hierzu tragen Sie bitte ihren geplanten Jahresumsatz auf die jeweiligen Monate ein.

Schritt 3: Kostenaufstellung

Im dritten Schritt des Gründungsrechners werden Ihre Gesamt-Kosten erfasst, die nach Ihrer Gründung monatlich entstehen. Diese Kosten wurden zu besseren Übersicht in 6 verschiedene Kapitel unterteilt.

Kapitel 1: Personalkosten

Sollten Sie Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen beschäftigen, entstehen zwangläufig Personalkosten.

Um diese Kosten zu erfassen, haben Sie 2 Möglichkeiten. Entweder Sie nutzen das beigefügte Personalkosten-Tool oder Sie tragen die Kosten manuell in die dafür vorgesehenen Felder im Schritt 3 ein. Sollten Sie sich für die erste Option entschieden haben und möchten nun, dass Ihre ermittelten Kosten an der richtigen Stelle in der Kostenaufstellung automatisch importiert werden, so wählen sie bitte „ja“. Bei einer manuellen Eingabe Ihrer Personalkosten wählen Sie bitte „nein“.

Kapitel 2: Wareneinsatz, Materialkosten

Im zweiten Kapitel der Kostenaufstellung werden all diejenigen Ausgaben erfasst, die zur Herstellung Ihrer Produkte entstehen. Genau wie im ersten Kapitel, steht Ihnen nach Wunsch auch hier ein Tool zur Verfügung, welches Ihre Materialkosten ermittelt. Haben Sie dieses Tool genutzt, so wählen Sie auch hier für den Import der Kosten die Antwortmöglichkeit „ja“ aus. Bei einer manuellen Eingabe wählen Sie „nein“.

Kapitel 3: Provisionen

Sollten Ihnen provisionsbedingte Kosten auf Ihren Umsatz entstehen, so können Sie die Angabe in Prozent im dritten Kapitel der Kostenaufstellung eintragen.

Kapitel 4: Betriebsausgaben

Unter Betriebsausgaben werden alle Kosten verstanden, die monatlich durch Ihre unternehmerische Tätigkeit entstehen. Hierzu zählen unter anderem Mietkosten, Fahrzeugkosten, Kosten für Marketing, Lizenzgebühren, Instandhaltungskosten und auch Kosten für Geldverkehr, Buchhaltung oder Betriebssteuern.

Diese und noch weitere Kosten werden im vierten Kapitel der Kostenaufstellung ermittelt.

Kapitel 5: Abschreibungen:

Mittels Abschreibungen werden im Rechnungswesen Wertminderungen erfasst, die bei Vermögensgegenständen im Anlage- und Umlaufvermögen eintreten. Um Ihre Abschreibungen zu ermitteln und diese in Ihre Kostenaufstellung zu importieren, nutzen sie bitte das dafür vorgesehene Tool und wählen sie die Antwortmöglichkeit „ja“ aus. Alternativ  können Sie auch wie bereits bei den Personal- und Materialkosten Ihre Abschreibungen manuell eintragen. In diesem Fall bestätigen Sie bitte mit „nein“.

Kapitel 6: Kalkulatorischer Unternehmerlohn

Als selbstständiger Unternehmer, kann man selbst kein Gehalt beziehen. Aus diesem Grund wird dafür in der Kostenrechnung der Begriff „kalkulatorischer Unternehmerlohn“ verwendet. Somit fließt Ihr eigener Verdienst nicht in die bereits erfassten Personalkosten mit ein, sondern wird getrennt ermittelt. Auch hierfür wurde im Gründungsrechner ein Tool erstellt. Sollten Sie dieses nutzen, wählen Sie zum Import der Kosten die Antwortmöglichkeit „ja“. Bei einem manuellen Eintrag des Unternehmerlohnes wählen Sie bitte „nein“.

Als Ergebnis auch Schritt 3 erhalten Sie eine Übersicht, über die monatlich anfallenden Kosten durch Ihr Unternehmen.

Schritt 4: Einnahmen

Ihre monatlichen Einnahmen, welche Sie durch Ihr unternehmerisches Vorhaben beziehen, werden im vierten Schritt des Gründungsrechners ermittelt.

Hierzu müssen Sie zunächst auswählen, welche Alternative Sie im zweiten Schritt „Umsätze“ verwendet haben.  Anschließend werden Ihre Umsätze (je nach gewählter Alternative) in die oberste Zeile importiert. Nun müssen Sie prozentual angeben, wie viele Anzahlungen, Zahlungen im selben Monat, Zahlungen im Folgemonat und Zahlungen im zweiten Monat erfolgen. Als Ergebnis erhalten Sie die Summe der Einnahmen für die jeweiligen Monate. Auf die gleiche Art erfolgt die Berechnung der Einnahmen für das zweite Jahr.

Schritt 5: Eigen- und Fremdkapitel

Im fünften Schritt wird Ihr vorhandenes Kapital erfasst. Es unterteilt sich dabei in Eigenkapital, langfristiges- und kurzfristiges Fremdkapital sowie vorhandene Sicherheiten.

Eigenkapital beinhaltet unter anderem Barvermögen, Bankguthaben, Bausparverträge, Wertpapiere und Aktien als auch Schenkungen oder Darlehen von Dritten. Zur Ermittlung Ihres Eigenkapitals, füllen Sie bitte die dafür vorgesehenen Felder aus.

Unter langfristigem Fremdkapital werden beispielsweise Kredite von Banken oder Fördermittel zusammengefasst. Sollten Sie also zur Gründung Ihres Unternehmens einen Kredit aufgenommen haben, tragen Sie bitte dessen Höhe in das Feld ein. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit die Laufzeit, den effektiven Jahreszins und eventuell anfallende Gebühren am Ende der Seite einzugeben um Ihre monatlichen Kreditrückzahlungen durch den Tilgungsrechner zu ermitteln.

Stellt Ihnen Ihre Hausbank einen Überziehungs- bzw. Kontokorrentkredit zur Verfügung können Sie dessen Höhe (Kreditlimit) unter dem Punkt „kurzfristiges Fremdkapital“ eintragen. Dieser Kredit – auch Dispokredit genannt – dient in der Regel der vorrübergehenden Finanzierung und ist mit hohen Kosten verbunden.

Vorhandene Sicherheiten werden in Form von Haus- und Grundbesitz, sowie durch Lebensversicherungen und Bürgschaften Dritter zusammengefasst. Sollten Sie Im Besitz der aufgeführten Sicherheiten sein, so tragen Sie diese bitte in die Felder ein.

Rentabilität:

Die Rentabilität beschreibt das Verhältnis zwischen dem Gewinn und dem eingesetzten Kapital. Es wird also dem erwirtschafteten Gewinn das zur Erzielung des Gewinns notwendigen Kapitals gegenübergestellt.

Die Rentabilität drückt sich dabei durch folgende Formel aus:

Rentabilität = Gewinn/ eingesetztes Kapital.

Um die Rentabilität bzw. das Betriebsergebnis zu ermitteln, werden zunächst die erwarteten Umsatzerlöse aus Schritt Nr. 2 herangezogen. Anschließend werden diese Umsatzerlöse durch den Wareneinsatz und eventuelle Provisionen gemindert. Als Zwischenergebnis resultiert der Rohgewinn.

Vom Rohgewinn werden wiederum Personalkosten, sonstige Aufwendungen, Abschreibungen und gründungsbedingte Kosten (im ersten Jahr) subtrahiert. 

Das daraus resultierende Betriebsergebnis gibt Ihnen an, ob Ihr Vorhaben aus finanzieller Sicht erfolgreich ist. Sollte Ihr Betriebsergebnis in den ersten 3 Jahren jeweils negativ sein, sollten Sie ihren Business-Plan nochmals überdenken und ggf. Änderungen vornehmen.

Liquiditätsplan:

Aus dem Liquiditätsplan resultiert das Ergebnis, ob Sie im jeweiligen betrachteten Monat über finanzielle Mittel verfügen. Hierfür wird zunächst Ihr aktuelles Bankguthaben mit den zu erwartenden Einnahmen und möglichen Kreditauszahlungen addiert. 

Aus dieser Addition resultieren Ihre verfügbaren Mittel. Anschließend werden diese Mittel durch alle Ausgaben – welche im jeweils betrachteten Monat anfallen – gemindert. Hierzu zählen Löhne, Zahlungen an Lieferanten, Kredittilgungen, Umsatzsteuer sowie betriebliche Steuern und sonstige Betriebsausgaben.

Als Ergebnis erhalten Sie die Information über Ihre aktuelle Liquidität in den ersten 24 Monaten.

Zusätzlich erhalten Sie die Information, wann Ihre Liquidität am geringsten (ggf. negativ) ist, und in welchem Monat Ihre größte Liquiditätslücke entsteht.

Bitte beachten Sie! Sollte Ihre Liquidität nicht ausreichen, um aktuelle Verbindlichkeiten zu begleichen, müssen Sie einen Kontokorrent-Kredit aufnehmen, welcher meist mit hohen Zins-Zahlungen verbunden ist. Aus diesem Grund sollten Sie eine negative Liquidität stets vermeiden.

Ihre Kontokorrent-Kreditlinie wird zusammen mit der monatlichen Liquidität in einem übersichtlichen Diagramm am Ende des Liquiditätsplanes dargestellt.

Kapitalbedarfsplan:

Der Kapitalbedarfsplan ist ebenfalls Bestandteil des Finanzplans. Er enthält im Gegensatz zum Liquiditätsplan mittel- und langfristige Planungsgrundlagen für die Deckung des Kapitalbedarfs beabsichtigter Investitionen in der laufenden und für zukünftige Perioden. Zur Ermittlung des Kapitalbedarfs werden zunächst alle Investitionen zusammengefasst die für die Gründung des Unternehmens sowie den laufenden Betrieb notwendig sind. Diese Investitionen wurden in der Kapitalbedarfsplanung in die folgenden vier Gruppen untergliedert.

  • Gründungsbedingte Kosten
  • Mietkosten (Büro, Hallen, Laden etc…)
  • Investitionen Geschäfts- und Betriebsausstattungen
  • Weitere Investitionen

Hieraus wird zunächst der Kapitalbedarf vor der Gründung des Unternehmens ermittelt.

Anschließend erhalten Sie die Information, in welchem Monat Ihre Liquiditätslücke am größten ist und welche Einnahmen und Ausgaben Sie in diesem Monat erwarten. Sollten Ihre erwarteten Ausgaben Ihre Einnahmen übersteigen, so benötigen Sie weiteren Kapitalbedarf nach der Gründung. In diesem Fall entspricht Ihr Kapitalbedarf dem Bedarf vor der Gründung  plus der Differenz aus Einnahmen und Ausgaben.

Sind Ihre Einnahmen positiv, so benötigen Sie kein weiteres Kapital.